RF1 bei Unterdächern für ausserordentliche Beanspruchung
Systemaufbau Praxistipp als PDF Brandschutzsortiment
Die GYSO AG hat ein einfaches, durchgängig geprüftes System entwickelt, das die wasserdichte Funktion des Unterdaches mit einer nicht brennbaren Brandschutzlage kombiniert.
Grundlagen Unterdach
Das Unterdach übernimmt als zweite wasserführende Ebene unter der Deckung eine zentrale Schutzfunktion des geneigten Daches. Je nach Bezugshöhe, Dachneigung, Sparrenlänge und klimatischer Exposition steigen die Anforderungen an die Wasserdichtheit deutlich an.
Bei Bezugshöhen über 800 m, geringen Dachneigungen oder dort, wo dauerhaft mit Rückstau- und Schmelzwasser oder Eisbildung zu rechnen ist, verlangt die Norm SIA 232/1 ein Unterdach für ausserordentliche Beanspruchung. Dieses muss bei An- und Abschlüssen, Befestigungen und Durchdringungen dauerhaft gegen den zu erwartenden Wasserdruck dicht sein.
Die Herausforderung
Wird die Dachkonstruktion zusätzlich brandschutztechnisch beansprucht – etwa bei erhöhten Anforderungen an das Brandverhalten der äusseren Schichten – entsteht ein Zielkonflikt: Nach aktuellem Stand der Technik sind diffusionsoffene Unterdachbahnen, welche die Anforderungen an die ausserordentliche Beanspruchung erfüllen, nicht in der Brandverhaltensgruppe RF1 (kein Brandbeitrag) herstellbar.
Die GYSO AG hat für diese Problemstellung ein einfaches, durchgängig geprüftes System entwickelt, das die wasserdichte Funktion des Unterdaches mit einer nicht brennbaren Brandschutzlage kombiniert.
Norm SIA 232/1 «Geneigte Dächer», Unterdach für ausserordentliche Beanspruchung:
«Das Unterdach muss durchgehend dicht gegen den zu erwartenden hohen Wasserdruck sein. Durchdringungen von Befestigungsmitteln sind zu vermeiden; ist eine Befestigung unvermeidlich, sind die Durchdringungen mit geeigneten Massnahmen abzudichten. Die Entwässerung erfolgt in Rinnen oder auf angrenzende Dachflächen.»
Brandverhalten – Hintergrund
In der Schweiz werden Baustoffe gemäss den Brandschutzvorschriften der VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen) in die Brandverhaltensgruppen RF1 bis RF4 eingeteilt. RF1 bezeichnet Baustoffe ohne Brandbeitrag (z.B. Glas, Beton, Gips), während die meisten diffusionsoffenen Unterdachbahnen aus polymeren Membranen aufgebaut sind und damit einen Brandbeitrag leisten. Wo für die äussere Schicht der Dachkonstruktion ein nicht brennbarer Aufbau verlangt wird, lässt sich diese Anforderung mit einer Unterdachbahn allein nicht erfüllen.
Die Lösung von GYSO trennt die beiden Funktionen sauber: Die Unterdachbahn wird direkt auf dem druckfesten Untergrund verlegt und übernimmt die wasserführende Funktion für die ausserordentliche Beanspruchung. Darüber liegt das Brandschutzvlies Flame Prevent A2 (Brandklassifizierung A2-s1,d0 / RF1) als nicht brennbare Lage.
Schritt 1 – Unterdachbahn verlegen
Die gewählte Unterdachbahn für ausserordentliche Beanspruchung (z.B. Easy Weld 380) wird direkt auf dem tragfähigen, druckfesten Untergrund (Schalung, Holzwerkstoffplatte oder trittfeste Wärmedämmung) verlegt. Sämtliche Stösse, Überlappungen, An- und Abschlüsse sowie Durchdringungen sind gemäss den Vorgaben für die ausserordentliche Beanspruchung wasserdicht auszuführen. Die Entwässerung des Unterdaches erfolgt nach SIA 232/1 in die Rinne oder auf angrenzende Dachflächen.
Schritt 3 – Nageldichtung montieren
Vor dem Auflegen der Konterlattung werden die Durchdringungen der Befestigungsmittel abgedichtet.
Dafür stehen zwei gleichwertige Varianten zur Verfügung:
Die Befestigung der Konterlatte erfolgt möglichst mittig der Nageldichtung in den vorgegebenen Abständen. Die Nageldichtung wird in der Standardanordnung zwischen Flame Prevent A2 und Konterlattung positioniert; als Option kann sie auch zwischen Unterdachbahn und Flame Prevent A2 angeordnet werden.
Schritt 4 – Konterlattung befestigen
Die Konterlattung wird durch die Nageldichtung hindurch im Untergrund verankert. Damit die abdichtende Funktion der Nageldichtung erhalten bleibt, muss die Nageldichtung nach technischem Datenblatt verarbeitet werden. Bei zu weichem Untergrund oder erhöhtem Anpressdruck kann der Einsatz von Distanz- oder Doppelgewindeschrauben erforderlich sein.